Arsen
Das grosse Sportlexikon Arsen / As

Arsen ist ein weitverbreitetes Halbmetall. Als Spurenelement kommt es überall in der Umwelt, in organischen Verbindungen und damit auch in Lebewesen vor. Es ist vor allem für seine toxischen Eigenschaften bekannt (zum Beispiel aus zahlreichen Agatha-Christie-Romanen). Arsen ist aber auch ein normaler Bestandteil des Stoffwechsels von Pflanzen, Tieren und Menschen. Es bindet sich an bestimmte Enzyme, insbesondere solche, die für die Sauerstoffverwertung wichtig sind.

Das elementare Arsen (die graue metallische Form) ist nur wenig giftig. Giftig sind die Arsen-Sauerstoff-Verbindungen, wie z. B. Arsen III-oxid (Arsenik), das bereits in der Menge 60 bis 120 mg tödlich wirken kann. Arsenik ist auch die Substanz, die überwiegend bei Tötungsdelikten eingesetzt wurde. Arsenik ist ein geruchloses und geschmackloses weißes Pulver, das sich gut in Alkoholika löst. Durch die Anreicherung und Absonderung in Nägeln und Haaren kann Arsen auch in exhumierten Leichen nachgewiesen werden, daher ist diese Mordwaffe überholt.

Im Altertum wurde Arsen nicht nur als Mordgift verwendet, sondern auch, in geringeren Mengen, als "Schönheitsmittel" und zur Leistungssteigerung eingesetzt. Durch die "milde Vergiftung" wurden die Kapillargefäße vorübergehend erweitert.

FUNKTION

Die eigentlichen Aufgaben von Arsen im Stoffwechsel konnten noch nicht eindeutig geklärt werden. Es ist noch nicht einmal geklärt, ob es sich bei Arsen um ein essentielles, also unverzichtbares, Spurenelement handelt. In der Literatur wird Arsen größtenteils sogar als toxisches Spurenelement bezeichnet. In jedem Fall schützt Arsen aber aufgrund der chemischen Verwandtschaft vor einer Selenvergiftung.

BEDARF

Tagesbedarf an Arsen bei 10 bis 25 µg liegt. Bei normaler Ernährung werden etwa 10 bis 50 µg Arsen pro Tag aufgenommen.

VERGIFTUNGEN

Bei der akuten Vergiftung kommt es zu Übelkeit, Erbrechen und nach wenigen Stunden auch zu starkem Durchfall. Der Tod tritt dann meist durch den nachfolgenden Elektrolyt- und Wasserverlust ein, der einen Schockzustand auslösen kann. Darüber hinaus kann es zu Nierenversagen kommen.

Bei chronischer Arsenvergiftung treten bestimmte Hautverfärbungen auf. Einerseits kommt es zu Pigmentverschiebungen, andererseits zu Hyperkeratosen, also übermäßiger Verhornung der Haut. Hierdurch können Hauttumoren entstehen. Weiterhin treten Störungen der Nervenbahnen auf, die sich z. B. in Form von Missempfindungen der Haut und Lähmungserscheinungen äußern. Es werden auch Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Schwäche und Erschöpfung beschrieben. Ferner kann es zu Muskelatrophien (Rückbildung der Muskulatur) kommen.

Gegengift (Antidot) bei akuten Arsenvergiftungen ist die Substanz BAL (Britisch-Anti-Lewisit). Zur Bindung von Arsen im Magen-Darm-Trakt wird, nach eventuell erfolgter Magenspülung, medizinische Kohle gegeben, womit noch Stunden nach der Aufnahme Arsen gebunden werden kann. Weiterhin müssen die Wasser- und Elektrolytverluste ersetzt werden.

QUELLE: MWW Deutschland / 11.10.04

 

 
 

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