Schmerz
Schmerzen

Schmerz ist jedem Mensch bekannt. Trotzdem ist Schmerz schwer zu beschreiben, und es kommt dabei leicht zu Missverständnissen. Normalerweise wird Schmerz durch eine Verletzung von Körpergewebe verursacht. Verschiedenartige Verletzungen lösen auch verschiedenartige Schmerzen aus. Eine Brandblase, ein Schnitt in den Finger oder eine Prellung tun jeweils auf ganz typische Art weh.

Begrenzte Schwellungen oder Entzündungen können einen ständig klopfenden Schmerz verursachen, wie das z.B. bei einem Furunkel der Fall ist. Dagegen bewirkt eine Dehnung des Darmes oder der Gebärmutter einen stechenden Schmerz. Ist die Blutversorgung eines Organs unterbunden wie bei Wundbrand (Gangrän, Nekrose) oder Angina pectoris, entsteht ein anhaltender starker Schmerz. Wird das Gewebe durch Hitze oder Chemikalien zerstört, ist der Schmerz brennend. Muskelkrampf und Zerrungen verursachen normalerweise einen anhaltenden, ziehenden Schmerz. 
Der Schmerz hat zwei wichtige Funktionen. Er zwingt den Betroffenen, das zu unterlassen, was den Schmerz verursacht hat, und das verletzte Gewebe ruhigzustellen. Eine so erzwungene  Ruhigstellung ermöglicht es dem Gewebe zu heilen. Außerdem ist der Schmerz ein Warnzeichen, das wesentlich dazu beiträgt, dass man Krankheiten und Verletzungen erkennt und einschätzt. 

Drei typische Merkmale von Schmerz bedürfen der Erklärung:

- Der Schmerz kann über den verletzten Teil hinaus ausstrahlen. So ist der Schmerz der von einem geschädigten Herz ausgelöst wird, bis in den linken Arm hinunter zu spüren. Und der Schmerz von einem Bandscheibenvorfall kann bis ins Bein ausstrahlen. Diese besonderen Merkmale helfen dem Arzt, das Leiden zu erkennen, das den Schmerz auslöst. 
- Eine Verletzung an einer bestimmten Stelle kann Schmerzen an einer ganz anderen Stelle zur Folge haben. So können Schmerzen in der Schulter von einer Lungenentzündung oder einer Entzündung der Gallenblase herrühren. Ebenso ist es möglich, Schmerz in den Zehen zu spüren, obwohl das Bein amputiert ist. Diese Art von Schmerz nennt man Phantomschmerz. Bleibende brennende Schmerzen können auch die Folge einer längst ausgeheilten Verletzung sein, bei der ein Nerv beschädigt wurde. 
- Ein drittes Merkmal des Schmerzes ist die sogenannte Schmerzschwelle oder Bewusstseinsschwelle für den Schmerz. Bei einer erhöhten Schmerzschwelle wird der Schmerz weniger stark oder sogar überhaupt nicht empfunden. Bei einer niedrigen Schmerzschwelle wird ein unbedeutender Schmerz stärker empfunden, und normalerweise nicht schmerzhafte Wahrnehmungen wie eine bloße Berührung oder Geräusche tun weh. Diese Unterschiede und zeitweiligen Schwankungen haben oft fast nicht mit der eigentlichen Verletzung zu tun. 

Folgende Einflüsse können die Schmerzschwelle erhöhen und dadurch die Schmerzempfindung mindern:

Physische Schmerzdämpfer wie Medikamente, Akupunktur, Wärmeanwendungen, Betäubungsmittel und Alkohol Psychische Schmerzdämpfer wie Erregung, Konzentration auf eine Sache, Selbstvertrauen, Vertrauen zum Arzt oder Glaube. So kann es vorkommen, daß ein Fußballspieler während eines aufregenden Spieles gar nicht merkt, daß er verletzt wird. Im Gegensatz dazu können andere Einflüsse die Schmerzschwelle herabsetzen und das Schmerzempfinden verstärken. Dazu gehören: Physische Ursachen wie schlechter Allgemeinzustand, Hunger, Kälte oder andere körperliche Beeinträchtigungen. Eine Rasur oder eine bloße Berührung der Haut kann sehr unangenehm sein, wenn man z.B. ein Furunkel oder Zahnschmerzen hat  Psychische Ursachen wie Furcht, Sorgen, Angst, Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Depression, Frustration und Langeweile. Schmerzen z.B., die tagsüber relativ harmlos sind, werden nachts manchmal unerträglich. Die Bedeutung dieser Einflüsse wird auch von Ärzten oft nicht richtig eingeschätzt. Aber volles Verständnis dafür ist wichtig, weil Dinge wie Glaube, Vertrauen zum Arzt, Freundschaft, Zuneigung, Freude, interessante Unternehmungen und Hobbys oft mehr gegen Schmerzen ausrichten können als Tabletten. Neuere Untersuchungen haben ergeben, dass der Mensch körpereigene schmerzblockierende Substanzen produziert. Diese sogenannten Endorphine sind im zentralen Nervensystem nachweisbar und wirken, indem sie die Schmerzschwelle unter Umständen wesentlich erhöhen oder herabsetzen. 


SCHMERZCHARAKTER

Der Schmerzcharakter wird mit Adjektiven beschrieben; so kann ein Schmerz beispielsweise dumpf, bohrend, stechend, pochend oder schneidend sein.

SCHMERZSPITZE

Höhepunkte während des Tagesverlaufs, an denen die Schmerzen besonders stark sind.


 

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