Bakterien
Bakterien  / Erreger

Bakterien gibt es überall. Sie sind eine sehr vielseitige und weit verzweigte Familie. Es gibt die kugelförmigen Bakterien, die Kokken. Ein anderer Familienzweig ist stäbchenförmig, die Bazillen. Und wieder ein anderer, die Spiren, sind schraubenförmig. 

Ein weiteres Merkmal ist der Sauerstoffbedarf. Die einen brauchen zum Leben Sauerstoff, die Aerobier (Enterobakterien). Die anderen sterben, wenn sie Sauerstoff ausgesetzt sind, die Anaerobier

Bakterien vermehren sich durch Zellteilung. Wenn die Lebensbedingungen gut sind sehr schnell. Einige Bakterien bilden auch Sporen. Sporen sind sehr widerstandsfähige und in dieser Form inaktive "Familienmitglieder", die sehr lange unter ungünstigen Lebensbedingungen überleben können, weil sie praktisch keinen Stoffwechsel haben. Kommen dieses Sporen, z. B. über Staub, in ein günstiges Umfeld werden sie wieder aktiv und vermehren sich. Eine Wunde ist ein idealer Nährboden für Sporen. 


Bakterien sind Mikroorganismen, die aus einer einzigen Zelle bestehen. Im Gegensatz zu Viren können sich Bakterien selbst vermehren, indem sie sich in der Mitte teilen und dann wieder zu eigenständigen Bakterien wachsen. Die DNA liegt "nackt" in der Zelle. Wegen dieser besonderen Eigenschaft zählt man die Bakterien zu den Prokaryonten. Im Gegensatz dazu liegt in der pflanzlichen, tierischen und menschlichen Zelle die DNA in einem Zellkern. Man rechnet sie deshalb zu den Eukaryonten. Die Bakterien pflanzen sich durch einfache Querteilung fort. Sie sind meistens zwischen 0,2 µm und 2,0 µm groß.

Bakterien gibt es überall in unserem Körper. Viele sind wichtig für den Menschen. So sind Bakterien in unserem Darm für die Verdauung notwendig. Manchmal können nützliche Bakterien auch zu Krankheitserregern werden. Wenn sie z.B. überhand nehmen, weil unser Immunsystem geschwächt ist oder wenn sie sich an einem falschen Ort in unserem Körper befinden.  Manche Bakterien sind immer krankheitserregend. Sie haben in unserem Körper nichts zu suchen. Unser Immunsystem, aber auch nützliche Bakterien versuchen sie zu bekämpfen.

Manche Bakterienarten können ihre Gestalt wechseln. In der Gestalt von Sporen können sie sehr resistente Dauerformen bilden, die auch widrigsten Umweltbedingungen über Jahrzehnte trotzen. Die äußere Erscheinung der Bakterien lässt sich auf gewisse einfache Grundformen zurückführen. So unterscheidet man:

UNTERSCHEIDEN VON BAKTERIEN

KOKKEN: Bei den Kokken handelt es sich um Kugelbakterien, die einzeln oder vergesellschaftet auftreten. Unter den vergesellschafteten Kokken gibt es Diplokokken, ihr Aussehen ähnelt einem Brötchen, Haufen- oder Traubenkokken, Kettenkokken und Paketkokken. 

STÄBCHENFÖRMIGE BAKTERIEN: Die stabförmigen Bakterien bilden mehrgestaltige (pleomorphe) Fäden oder sie kommen in Keulenform, wie z.B. Korynebakterien vor.

GEKRÜMMTE STÄBCHENFÖRMIGE BAKTERIEN: Weiterhin können Bakterien als gekrümmte Stäbchen vorkommen. Dabei können sie einfach gekrümmt sein wie z.B. Vibrionen, spiralig oder auch schraubenförmig wie z.B. Spirochäten.

Außerdem können die Bakterien durch Färbemethoden unterschieden werden. Dabei unterscheidet man in gramnegative und grampositive Zellen. Die unterschiedliche Färbbarkeit hängt von der Zusammensetzung der Zellmembran ab.

ÜBERTRAGUNGSWEGE KÖNNEN SEIN:

Luft, Wasser, Boden, Tröpfchen, Blut, Stuhl, Urin, Sekrete

ERKRANKUNG DURCH BAKTERIEN

STAPHYLOKOKKEN (traubenförmige Bakterien).

Die Gruppe unter den Staphylokokken, die die meisten Erkrankungen hervorruft, ist der Staphylokokkus aureus. Dieser Keim hält sich auf der Haut des Menschen auf. Es kommt zu Infektionen, wenn es traumatische Hautverletzungen gibt oder wenn das Immunsystem geschwächt ist. Es werden folgende Erkrankungen hervorgerufen:

  • Abszesse (Eiteransammlungen die vom restlichen Körpergewebe abkapseln)
  • Impetigo contagiosa (sehr ansteckende Hautinfektion meist bei Kindern)
  • Wundinfektionen nach Operationen oder nach einfachen Verletzungen
  • Sepsis (Streuung der Bakterien ins Blut mit Temperaturerhöhung)
  • Endokarditis (Entzündung der Herzklappen mit den Bakterien)

Des weiteren produzieren die Staphylokokken Toxine (Gifte) die zu zwei wesentlichen Syndromen führen:

  • TSS (Toxic-Shock-Syndrom) mit Fieber, Kreislaufkollaps und starker Hautschuppung.
  • Nahrungsmittelvergiftungen durch Staphylokokken.,

STREPTOKOKKEN

Die Gruppe der Streptokokken ist eine uneinheitliche Gruppe von Bakterien, die sehr viele verschiedene Erkrankungen hervorrufen können. Sie sind normalerweise auf der Schleimhaut zu finden. Manche der Streptokokken wirken nur krankheitsauslösend, wenn auch andere pathogene Keime anwesend sind.

Eitererregende Streptokokken Gattung Vorkommen
S. pyogenes A Mensch
S. agalactiae B Mensch/Rind
S. equi C Mensch/Pferd
S. equisimilis C Mensch/Tier
S. pneumoniae - Mensch/Tier
S. mutans E Mensch/Tier
S. sanguis H Mensch
S. salivarius K Mensch
S. mitior O Mensch

Folgende Erkrankungen können ausgelöst werden:

  • Eiterungen
  • Scharlach
  • Rotlauf
  • rheumatisches Fieber
  • Infektionen des Nasen-Rachen-Raumes
  • eine Entzündung des Nierengewebes
  • Lungenentzündungen

NEISSERIEN

Hier unterscheidet man zwei wichtige unterschiedliche Arten:

  • Gonokokken
  • Meningokokken

Gonokokken (Gonorrhoe, Tripper)

Die Gonokokken leben nur in der menschlichen Schleimhaut und brauchen zum Überleben ein feuchtes Milieu. In Deutschland wurden 1992 insgesamt 8698 Fälle von Gonorrhoe gemeldet, die Dunkelziffer dürfte doch wesentlich höher ausfallen. Die höchste Erkrankungsrate ist bei den 18-25 jährigen zu verzeichnen. Die Gonokokken werden überwiegend durch Geschlechtsverkehr übertragen.

Die Symptome äußern sich beim Mann:

  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • gelblichgrüner Ausfluss
  • ausgebreitete Entzündung auf alle Geschlechtsteile
  • Harnröhrenstriktur

Die Symptome bei der Frau sind:

  • Entzündung der Eileiter mit nachfolgender Unfruchtbarkeit
  • Entzündungen der Gebärmutter mit verstärktem eitrigen Ausfluss
  • Harnröhrenentzündungen
  • entzündliche Miterkrankung der Gelenke (Gonarthritis)

Meningokokken

Meningokokken kommen ausschließlich beim Menschen vor. Bei gesunden Personen besiedeln sie die Schleimhaut des Nasenrachenraumes und den Genitalbereich, ohne dort Krankheitssymptome auszulösen.

Meningokokkeninfektionen sind weltweit verbreitet. Besonders häufig treten sie im so genannten "Meningokokken-Gürtel" auf, der sich in Afrika von Obervolta über Nigeria, Tschad bis nach Äthiopien erstreckt. Auch in Brasilien sind Infektionen häufig.

Meningokokken werden durch Tröpfchen übertragen. Meningokokken können leichtes Fieber und Gelenkschmerzen verursachen, am meisten gefürchtet ist allerdings die Hirnhautentzündung durch Meningokokken, die oftmals tödlich verläuft.

ENTEROBAKTERIEN (Darmbakterien)

Die Darmbakterien bilden die Standortflora des Darms und haben dort physiologische Funktionen. Sie werden erst dann krankheitsauslösend, wenn eine Bakterienart in der Mehrzahl ist, also das empfindliche Gleichgewicht gestört ist, oder wenn die Keime an andere Stellen des Körpers gelangen (z.B. durch Schmierinfektion). Es gibt sehr viele verschiedene Gattungen von Darmbakterien, hier an dieser Stelle nur die wichtigsten:

Gattung

Art

Escherichia E. coli
Klebsiella K. pneumoniae K. ozenae
Enterobacter E. aerogenes E. cloacae E. agglomerans
Serratia S. marcescens S. liquefaciens S. rubidaea
Proteus P. mirabilis P. vulgaris
Yersinia Y. pestis Y. enterocolitica

Von Darmbakterien ausgelöste Krankheiten sind:

  • starke Durchfälle
  • Lungenentzündungen, die schwer zu behandeln sind
  • Nierenbeckenentzündungen
  • Blasenentzündungen
  • Harnröhrenentzündungen
  • Blutvergiftungen (Sepsis)
  • Nahrungsmittelvergiftungen durch Toxine

RESISTENZ GEGEN ANTIBIOTIKA 

Weltweit sind immer mehr Bakterien gegen Antibiotika resistent. Das ist beunruhigend, denn gegen schwere Infektionskrankheiten stehen bis heute keine anderen Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Zu bremsen ist die Verbreitung resistenter Bakterien nur, wenn Antibiotika künftig besser eingesetzt werden als bisher. Das Ziel muss sein, weniger Antibiotika zu verbrauchen und Fehlanwendungen zu vermeiden. Patienten und Ärzte sind gleichermaßen gefordert. 

Streptococcus pneumoniae: Im europäischen Raum ist in den letzten Jahrzehnten die Resistenz bei Pneumokokken stark angestiegen. Pneumokokken gelten als die Hauptverursacher von Atemwegsinfektionen. In der Schweiz sind heute 13 bis 20 Prozent der Pneumokokken gegen eines oder mehrere Standardantibiotika nicht mehr empfindlich, bei Kindern sind es bis zu 27 Prozent. In Frankreich beträgt die Penicillin-Resistenz von Pneumokokken gar fast 50% (!) Staphylococcus aureus: Als erstes Bakterium wurde 1947 Staphylococcus aureus gegen Penizillin resistent. Heute sind 90 Prozent aller Staphylococcus aureus-Stämme nicht mehr Penicillinempfindlich. Sie entwickelten auch Resistenzen gegen veränderte Penizilline (Methicillin, Oxacillin, Flucloxacillin). Gefürchtet ist der vor allem in Krankenhäusern auftretende Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA). Das letzte Reserveantibiotikum gegen MRSA ist Vancomycin. Heute gibt es aber bereits Bakterien, die auch gegen Vancomycin resistent sind, z.B. gewisse Enterokokken-Stämme, die auch, wie MRSA, gehäuft in Krankenhäusern auftreten.

Übertragen sich resistente Bakterien durch die Nahrung auf den Menschen?: Wahrscheinlich nimmt der Mensch regelmäßig mit der Nahrung resistente Bakterien auf, vor allem mit tierischen Produkten, die wenig oder nicht verarbeitetet sind (z.B. bestimmte Käse- und Wurstsorten). Nicht der Mensch wird dann allenfalls resistent, sondern höchstens Bakterien, die er selbst in sich trägt. In Laborversuchen ist nach-gewiesen worden, dass resistente Bakterien, die in der Nahrung vorkommen, ihre Unempfindlichkeit an andere Bakterien weitergeben können. Ob ein solcher Austausch tatsächlich auch im menschlichen Darm stattfindet, weiss man heute noch nicht.

QUELLE: Unter anderem von MWW Deutschland & PULS SFrds Schweiz/ 290105


ERREGERGRUPPEN

Bakterien werden aufgrund ihrer Form, bestimmter Vermehrungseigenschaften, ihres Stoffwechselverhaltens und ihres Färbeverhaltens eingeteilt. Durch die in der Bakteriologie wichtigste Gram-Färbung werden Gram-positive und Gram-negative Bakterien unterschieden (Abb. 1). Typische Bakterienformen sind Stäbchen und Kokken, daneben finden sich auch spiralförmige und kommaförmige Bakterien. Bleiben die Nachkommen nach Zellteilung verbunden, so können sich Ketten oder diploide Formen bilden. Bakterien, die lediglich in Gegenwart von Sauerstoff überleben, sind obligat aerob. Solche, die lediglich in Abwesenheit von Sauerstoff überleben, obligat anaerob. Keime, die beide Stoffwechselformen ausführen können, sind fakultativ aerob bzw. anaerob. Einige Bakterien können Sporen als Überlebensformen bilden. Gram-negative Keime bilden keine Spore

MEDIZINISCH WICHTIGE BAKTERIEN

Gram-positive Kokken Staphylokokken [z.B. Staphylococcus aureus] und Streptokokken [z.B. Streptococcus pyogenes]; Staphylokokken bilden meist Haufen, Streptokokken meist Ketten; beide sind aerob
Gram-positive Stäbchen aerobe sporenbildende Stäbchen: Bazillen, z.B. der Anthrax-Erreger Bacillus anthracis
aerobe nicht-sporenbildende Stäbchen, z.B. der Erreger der Listeriose Listeria monocytogenes
anaerobe Sporenbildner: Clostridien, z.B. der Wundstarrkrampf-Erreger Clostridium tetani
nicht-sporenbildende Anaerobe: Propionibakterien, z.B. der Akne-Erreger Propionibacterium acnes
Gram-negative Kokken die Erreger von Gonorrhoe bzw. eitriger Meningitis [Neisseria meningitidis, Neisseria gonorrhoeae]; Neisserien sind aerob und bilden diploide Formen
Gram-negative Stäbchen aerob: Enterobakterien, wie z.B. der Typhus-Erreger Salmonella typhi und Escherichia coli, ein Normalbewohner des Darms und Erreger von Harnwegsinfektionen
anaerob: Bacteroides, ein Normalbewohner des Darms und Erreger septischer Krankheitsbilder

ERREGER 

INFO Parasiten / Fäulniserreger / Eitererreger
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  Prionen 
  Pilze (medizinisch)
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  Vieren / Rhinovieren

 

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