Acetylsalicsäure
Acetylsalicylsäure

Auch Heilmittel aus der Natur spielten bei der Schmerzbekämpfung von Anfang an eine Rolle. So reichen die Ursprünge der Acetylsalicylsäure (wichtigster Bestandteil von Aspirin) bis weit in die Antike zurück. Schon Hippokrates von Kos (460 - 377 v. Chr.) kannte die schmerzlindernde Wirkung des Saftes aus der Weidenrinde, der auf den in ihr enthaltenen Wirkstoff, die Salizylsäure, zurückzuführen ist. Bis ins Mittelalter hinein war dieser Saft ein willkommenes Naturheilmittel gegen Schmerzen aller Art, insbesondere gegen Kopfschmerzen. Kräuterfrauen kochten die Weidenrinde auf und verabreichten das bittere Gebräu den Schmerzgeplagten. Doch dann fanden die Weiden eine damals wichtigere Verwendung: Sie wurden für die Korbherstellung gebraucht. Das Pflücken für andere Zwecke wurde unter hohe Strafen gestellt. Damit war es mit diesem Naturheilmittel erst mal vorbei.

An die heilende Wirkung des Weidensaftes erinnerte man sich erst wieder, als Napoleon im Jahre 1806 die Kontinentalsperre verhängte. Zu dieser Zeit war Chinin das am meisten verbreitete Mittel gegen Fieber, konnte aber nun nicht mehr von Peru nach Mitteleuropa eingeführt werden. Ersatz musste her. Und 1828 kochte der Münchner Pharmazieprofessor Johann Andreas Buchner aus der Weidenrinde eine gelbliche Masse, der er den Namen Salicin gab. Wenig später in Kristallform umgesetzt, wurde Salicin 1838 zu Salizylsäure veredelt.

1874 lief die industrielle Herstellung von synthetischer Salizylsäure an, was den Preis gegenüber dem natürlich gewonnenen Stoff auf ein Zehntel senkte. Das Ergebnis war jedoch immer noch unbefriedigend: Das Mittel schmeckte absolut ungenießbar und griff nicht selten auch die Schleimhäute an. So blieb es dem jungen Bayer-Chemiker Dr. Felix Hoffmann und seinem Team vorbehalten, 1897 die Lösung zufinden. Durch Acetylierung, das heißt, durch die Verbindung von Salicylsäure mit Essigsäure, gelang ihm die Herstellung der wesentlich verträglicheren Acetylsalicylsäure. Zwei Jahre später wurde das Mittel unter dem Namen ASPIRIN® als Marke angemeldet und in den deutschen Markt eingeführt. Der Klassiker gegen Kopfschmerzen war geboren.

Quelle: Aspirin Deutschland / 2003

 

 

 

 


 

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