Depressionen
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(lat: depressio = «niedergedrückt») Weit verbreitete psychische Erkrankung mit deutlich gedrückter, pessimistischer Grundstimmung, vermindertem Antrieb und fallweise suizidalen Tendenzen. Je nach Ursache und Symptomen wird zwischen endogenen, psychogenen, saisonalen, psychotischen, larvierten und somatogenen Krankheitsformen unterschieden

Als Depression bezeichnet man eine Krankheit, die mit Niedergeschlagenheit und vielen weiteren körperlichen und psychischen Störungen einhergeht. Man nimmt an, dass die Neigung zur Depression zum Teil vererbbar ist. Hat man bereits einmal eine Depression durchlebt, so besteht ein erhöhtes Risiko für das erneute Wiederauftreten dieser Krankheit. Eine Depression lässt sich meist mit einer Kombination aus Medikamenten und Psychotherapie erfolgreich behandeln.

FORMEN 

Unipolare Depression
Sie ist die häufigste depressive Erkrankung. Unipolar (einpolig) nennt man diese Form der Depression deswegen, weil die Patienten nur depressive, aber keine manischen Phasen erleiden. Hauptsymtome sind Morgentief, Früherwachen, Schlafstörungen und Niedergeschlagenheit

Bipolare affektive Störung
Im Unterschied zur unipolaren Depression ist die bipolare affektive Störung durch depressive und manische Phasen gekennzeichnet. In der Manie dominiert bei den Betroffenen ein übersteigertes und hinsichtlich der eigenen Fähigkeiten unangemessenes Selbstverständnis. So können manische Patienten wochenlang die Nächte durcharbeiten, ohne Müdigkeitserscheinungen wahrzunehmen.

Dysthymie, Zyklothymie
Bei der Dysthymie sind die depressiven Symptome zwar etwas leichter als bei der unipolaren Depression. Doch sie beginnen oft schon im Jugendalter und verlaufen chronisch, erstrecken sich also über weite Lebensabschnitte. Bei der Zyklothymie, dem bipolaren Gegenstück zur Dysthymie, kommt es zu unterschwelligen manischen und depressiven Phasen.

Winterdepression
Von einer saisonal abhängigen Depression (SAD, Winterdepression) spricht man, wenn die depressiven Symptome regelmäßig im Herbst oder Winter auftreten und im Frühjahr oder Frühsommer wieder vergehen. Diese Form der Depression dauert also höchstens fünf bis sechs Monate an. Im Vordergrund steht das Symptom verminderte Energie, nicht so sehr die depressive Verstimmung.

MÖGLICHE URSACHE 

Es wird vermutet, dass die Wirkung der Neurotransmitter, Serotonin und Noradrenalin im Vergleich zum Gesunden verändert ist. Die Ursache dafür ist unbekannt, wahrscheinlich spielt aber eine erbliche Vorbelastung eine große Rolle. Auslöser für eine depressive Episode können beispielsweise akute oder chronisch belastende Lebensereignisse sein. Der Arzt versucht mit Hilfe der Psychotherapie diese Ereignisse zu vermeiden oder dem Patienten beim Umgang mit diesen zu helfen.

DIAGNOSE / SYMPTOME 

Es ist ganz natürlich, sich in verschiedenen Situationen des Alltags niedergeschlagen zu fühlen. Die Grenze zwischen normaler Niedergeschlagenheit und leichteren Depressionen ist manchmal fließend. In den meisten Fällen lässt sich jedoch eine normale Stimmungsschwankung von einer depressiven Erkrankung klar unterscheiden. Bei einer Depression muss nicht immer ein äußerer auslösender Grund vorhanden sein.

Die Krankheit ist oft sowohl für den Kranken als auch für seine Angehörigen und Freunde unerklärlich und kann in vielen Fällen nicht als nachvollziehbare Reaktion auf eine erkennbare Krise interpretiert werden.

Die wichtigsten Symptome sind:

  • Gedrückte Stimmung
  • Fehlendes Interesse und Freude an normalen Aktivitäten und Vergnügungen
  • Geringerer Appetit mit Gewichtsverlust, seltener erhöhter Appetit mit Gewichtszunahme. 
  • Schlafstörungen
  • Quälende Unruhe oder Neigung zum Rückzug und gehemmtes Denken und Handeln Konzentrationsschwierigkeiten, langsamer Gedankengang, Unentschlossenheit
  • Verringertes sexuelles Interesse
  • Fehlende Energie und Müdigkeit
  • Geringeres Selbstbewusstsein, übertriebene Schuldgefühle
  • Wiederkehrende Gedanken über den Tod, Selbstmordgedanken, Selbstmordversuche

die Ärztin oder der Arzt, im Idealfall ein psychiatrischer Facharzt und/oder Psychotherapeut, stellt die Diagnose durch ein ausführliches Gespräch (Anamnese).

Bis jetzt gibt es noch keinen Test, der zuverlässig zeigt, ob man an Depressionen leidet. Eventuell können Tests wie der Goldberg-Test auf eine depressive Erkrankung hinweisen.

BEHANDLUNG

Bei leichten Depressionen genügt meist eine ambulante Gesprächstherapie oder eine andere Form der Psychotherapie. Psychotherapeutische Verfahren, die hier die beste Wirkung zeigen, sind die so genannte kognitive Verhaltenstherapie und die interpersonelle Therapie. Ob zusätzlich antidepressiv wirkende Medikamente zum Einsatz kommen sollen, muss individuell entschieden werden.

Bei mittelschweren Fällen kann die Behandlung ambulant durch den Hausarzt oder Facharzt (Neurologe, Psychiater) durch antidepressiv wirkende Medikamente und/oder Psychotherapie erfolgen.

Bei schweren Fällen, insbesondere, wenn der Kranke selbstmordgefährdet ist, wird eine stationäre Behandlung notwendig. Die Behandlung erfolgt üblicherweise mit Medikamenten oft in Kombination mit psychotherapeutischen Maßnahmen.

Bei einzelnen Fällen kann es notwendig sein, durch eine vorbeugende medikamentöse Behandlung depressive Rückfälle zu verhindern. 

QUELLE: uns zugesandt / angeblich aus "Kompetenznetz Depression" / 010205

 

 
 

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