Adrenalin (Hormon)
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Epinephrin (da Adrenalin in Amerika als eingetragenes Warenzeichen geschützt ist)

Adrenalin  stimuliert das Zentralnervensystem und führt durch die Freisetzung und Neubildung von Glucose (Glykogenolyse, Gluconeogenese) zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels. Es erhöht den Energieumsatz, die Herzfrequenz und den Blutdruck. Adrenalin  erweitert die Bronchien und die muskelversorgenden Gefäße. Gleichzeitig hemmt es die Peristaltik des Magen-Darm-Traktes. 


Das Hormon A / NA ist ein natürlich vorkommendes Katecholamin, welches im Nebennierenmark, im chromaffinen Gewebe sowie in den Paraganglien des Sympathikus gebildet wird. Es bewirkt die Einstellung des gesamten Organismus auf eine Stress-Situation ("fight or flight reaction"). Dies umfasst Einflüsse auf das Herz-Kreislauf-System und biochemische Umstellungen von Organen, unter anderem Stimulierung der Gluconeogenese in der Leber und Lipolyse im Fettgewebe.

Im NNM werden die Katecholamine Adrenalin (A) zu 80% und Noradrenalin (NA) zu 20% gebildet. Aus der Aminosäure (AS) Tyrosin wird über Zwischenstufen Dopa, Dopamin und dann NA gebildet, aus welchen dann A gebildet wird. Nachweisen lassen sich NA und A im Urin über das Abbauprodukt Vanillinmandelsäure. Ein Nachweis aus dem Blut gelingt schlecht, da die beiden Hormone schnell wieder aus der Blutbahn verschwinden nachdem sie ausgeschüttet wurden.

WIRKUNG & FUNKTION VON A & NA

Psychische und organische Einstellung von Lebewesen auf akute Bedrohungssituationen (Alarmsituationen, Kampf-Flucht-Situationen). Es kommt zu einer Steigerung der Herzleistung, Verstärkung der Muskeldurchblutung, Anhebung des Blutzuckerspiegels, Vertiefung der Atmung und Blockierung des Darmtraktes. A und NA werden auch als Emergency-Hormone bezeichnet. NA spricht nur auf a-Rezeptoren an und Adrenalin spricht auf a- und b-Rezeptoren an, haben aber eine höhere Affinität zu b-Rezeptoren.

Adrenalin wirkt im peripheren Kreislauf gefässkonstriktierend (verengt die Gefäße). Annahme ist, daß es primär bei physischer Belastung ausgeschüttet wird. Noradrenalin aktiviert den Herzmuskel und das ZNS (zentrale Nervensystem) und wird primär bei psychologischer Belastung ausgeschüttet. Katecholamine werden als humorales Abbild der Orientierungsreaktion in belastenden unsicheren Situationen angesehen. In Studien von Frankenhäuser ‘72 zeigten sich bzgl. der Katecholaminausschüttung und der Dauer des Abbaus beträchtliche interindividuelle Unterschiede. Eine erhöhte A-Auschüttung muss allerdings nicht Ausdruck negativ getönter Belastung wie Über- oder Unterbelastung am Arbeitsplatz sein, sondern kann auch Ausdruck der persönlichen Beteiligung sein.

Zusammenfassend: Katecholamine bestimmen das Ausmaß einer Aktivierungsänderung als Reaktion auf bestimmte Umweltsituationen und sind auch Ausdruck der situations- und persönlichkeitsspezifischen Aktivierbarkeit.

Die Auswirkungen von Adrenalin auf unseren Körper sind enorm. Steigerung von Herz-Schlagfrequenz, Herzkontraktion und Blutdrucks, Konstriktion der Gefäße in der Haut und Dilatation der Gefäße in der Muskulatur.

QUELLE: u.a.  Pschyrembel: KLINISCHES WÖRTERBUCH. Berlin; New York: de Gruyter (1994) / 051103