Haut
Haut

Die Haut ist das größte Organ des Menschen. Abhängig von der Körpergröße und vom Körpergewicht beträgt ihre Oberfläche 1,5-2 m2, sie besitzt eine Masse von 3,5-10 kg und macht etwa damit 16% des Körpergewichts aus. Als Faustregel gilt: Kopf und ein Arm nehmen je 9% der Körperoberfläche ein, ein Bein 18 %, der gesamte Rumpf (Vorderseite und Rücken) 36 %. Man kann die Leistenhaut von Füßen und Handflächen von der Felderhaut des übrigen Körpers unterscheiden.

SCHICHTAUFBAU

Man unterscheidet die Oberhaut, die Lederhaut und das Unterhautfettgewebe. Der äußerlich sichtbare Teil der Oberhaut besteht aus einer Hornschicht, die von abgestorbenen Zellen gebildet wird. Durch Schuppung und Nachbildung wird sie laufend ersetzt. Aus der Basalzellschicht entsteht über mehrere Stufen der Degeneration laufend eine neue Hornschicht. Die Zellen untereinander sind durch Haftzonen (Desmosomen) fest miteinander verbunden. In der Basalzellschicht sind Melanozyten, Merkelzellen, Langerhanszellen und T-Lymphozyten eingelagert. Die Melanozyten bilden das Pigment, welches für die Färbung der Haut verantwortlich ist. Die Merkelzellen sind mit Nervenfasern verbunden und vermitteln einen Teil des Tastsinns. Die Langerhanszellen und T-Lymphozyten gehören zum Immunsystem der Haut.

Die sichtbare Leisten- bzw. Felderstruktur der Hornhaut wird durch die fingerförmige Verzahnung von Oberhaut und Lederhaut verursacht. Die Lederhaut enthält Kapillaren und Lymphgefäße zum Abtransport des Gewebswassers. Außerdem befinden sich dort Vater-Pacinische Lamellenkörperchen und Meissnersche Tastkörperchen als Teil der sensiblen Inervation. Die unterste Schicht der Lederhaut besteht aus kollagenen und elastischen Faserbündeln, welche für Festigkeit und Dehnbarkeit der Haut verantwortlich sind. Außerdem enthält diese Schicht die Hautanhangsgebilde: Haare, Nägel, Talg- und Schweißdrüsen.

Das darunter liegende Unterhautfettgewebe besteht aus einer festen Anzahl von Fettzellen. Sie enthalten abhängig vom Ernährungszustand unterschiedlich große Fetttropfen. Das Fett dient als Energiespeicher und Wärmeisolator.

EPIDERMIS / OBERHAUT

Die Epidermis wird hauptsächlich von den Epithelzellen, d.h. den Keratinozyten, gebildet. Außerdem befinden sich hier die für die Pigmentierung verantwortlichen Melanozyten sowie Zellen des Immunsystems, die Langerhans-Zellen und Fasern des Nervensystems. An ihrer dünnsten Stelle hat die Epidermis eine Dicke von 0,04 mm. An ihrer dicksten Stelle, wie z.B. Schwielen an den Fußsohlen, ist sie ca. 2 mm dick. Sie ist von innen nach außen in 5 Schichten gegliedert:

Regenerationsschicht, Stratum basale: Hier erfolgt durch Zellteilung die Neubildung der Keratinozyten. Es dauert ca. 30 Tage bis ein neugebildeter Kerantinozyt aus der Regenerationsschicht bis an die Hautoberfläche, also in die Hornschicht, gewandert ist.

Stachelzellschicht, Stratum spinosum: In dieser Schicht sind die Keratinozyten durch bestimmte Strukturen, die Tonofibrillen, netzartig miteinander verbunden. In dieser Schicht kann es bei Hauterkrankungen zu Wasseransammlungen und damit zur Blasenbildung kommen.

Körnerschicht, Stratum granulosum: Die in dieser Schicht befindlichen Keratinozyten enthalten Keratohyalinkörner.

Stark lichtbrechende Schicht, Stratum lucidum: Diese Schicht ist sehr schmal, Zellgrenzen oder Zellkernen sind nicht mehr zu erkennen.

Hornschicht, Stratum corneum: In der Hornschicht verbacken die aus den Keratinozyten hervorgegangenen Hornzellen mit Hornsubstanzen der Haut, z.B. Keratin, zu Hornschuppen, die dann abgestoßen werden.

HYDROLIPID-FILM

Die Hautoberfläche ist mit dem sogenannten Hydrolipidfilm – einer Emulsion von Wasser (hydro) und Fett (lipos) – überzogen. Seine Hauptaufgabe als äußere Barriere ist die Abwehr von Bakterien und Pilzen. Daneben hält er die Hautoberfläche geschmeidig.

Bei der gesunden Haut liegt eine intakte Balance zwischen Fett und Feuchtigkeit vor. Der Hydrolipidfilm variiert in Menge und Zusammensetzung u.a. je nach Körperregion und exogenen bzw. endogenen Faktoren wie Tageszeit, Jahreszeit, Luftfeuchte oder Ernährung, Stress, Krankheit. Die Analyse des Hautaufbaus und des Keratinisierungsprozesses zeigt, daß an der Hautoberfläche folgende Substanzen zu finden sind. 

Schweiß und Talgdrüsenfette

  • Substanzen aus dem Verhornungsprozeß (Eiweißspaltprodukte)
  • Die in Abstoßung befindlichen, noch haftenden Hornzellen
  • Wasser, das aus den untersten Schichten nach außen gelangt ist (transepidermales Wasser, Perspiratio insensibilis)
Diese Bestandteile bilden den sich ständig erneuernden Schutzfilm der Haut:
  • 1 Schweiß
  • 2 Talgdrüsenfett
  • 3 In Abstoßung befindliche, noch haftende Hornzellen
  • 4 Verhornungsprozeß
  • 5 Transepidermales Waser

Eine Aufgabe des Hydrolipidfilms ist die Abwehr von Eindringlingen. Gleichzeitig sorgt er für die Geschmeidigkeit der Hautoberfläche. Wegen des Anteils an leicht sauren Komponenten wie Milchsäure, Pyrrolidoncarbonsäure und Aminosäuren stellt der hydrophile Anteil des Hydrolipidfilms den Säureschutzmantel dar

DERMIS / LEDERHAUT

Die Lederhaut unterteilt sich in 2 Schichten: die Papillarschicht (Stratum papillare), die der Epidermis anliegt, und die Geflechtschicht, das Stratum reticulare, die unmittelbar an die Unterhaut angrenzt. Die Lederhaut besteht aus einem dichten Netz elastischer und kollagener Fasern, das der Haut ihre Reißfestigkeit und reversible Verformbarkeit gibt. Aus der Lederhaut von tierischen Häuten wird z.B. Leder gewonnen. In der Lederhaut befinden sich Blut- und Lymphgefäße, Nerven, Zellen der Immunabwehr und eine Vielzahl von Hautdrüsen sowie Haarwurzeln, sowie die Meißnerschen Tastkörperchen.

SUBCUTIS / UNTERHAUT

Die Unterhaut besteht aus lockerem Bindegewebe sowie Fettgewebe. Sie ermöglicht die Verschiebbarkeit der Haut und dient als Fettspeicher und Wärmeisolator. In dieser Schicht kommt es bei Ödembildungen zur Flüssigkeitseinlagerung.

UNTERHAUTFETTGEWEBE

Einer der wichtigsten Fettspeicher des Körpers. Wird dieser Speicher jedoch zu weit aufgefüllt, droht vor allem Frauen die Cellulite.

TALGDRÜSE

Sie produzieren das Fett, das die oberste Hautschicht glatt und geschmeidig hält.

QUELLE: U.A. MWW Deutschland / 041011, 061012


 

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